Wenn Gemeinschaften feststecken - Folge 7:Wir wollen nicht vor Gericht – aber wir kommen trotzdem nicht weiter

Wenn Gemeinschaften feststecken - Folge 7:Wir wollen nicht vor Gericht – aber wir kommen trotzdem nicht weiter

Kaum jemand kauft eine Eigentumswohnung mit dem Gedanken, eines Tages mit seinen Miteigentümern vor Gericht zu stehen.

Im Gegenteil.

Die meisten wünschen sich eine funktionierende Gemeinschaft.

- Sachliche Diskussionen

- Nachvollziehbare Entscheide

- Und eine Verwaltung, der man vertrauen kann

Trotzdem geraten manche Stockwerkeigentümergemeinschaften in eine Situation, aus der sie scheinbar keinen Ausweg mehr finden.

Gericht? Eigentlich möchte das niemand.

In Gesprächen höre ich immer wieder dieselben Sätze.

"Wir möchten keinen Prozess."

"Wir müssen doch auch ohne Anwälte eine Lösung finden."

"Wir leben schliesslich unter demselben Dach."

Diese Haltung ist verständlich.

Gerichtsverfahren kosten Zeit.

Gerichtsverfahren kosten Geld.

Und sie hinterlassen häufig Spuren, die weit über den eigentlichen Streit hinausgehen.

Zwischen Gericht und Stillstand gibt es mehr Möglichkeiten

Mit der Zeit entsteht in manchen Gemeinschaften der Eindruck, es gebe nur zwei Wege.

- Entweder man akzeptiert den bestehenden Zustand

- Oder man geht vor Gericht

Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass zwischen diesen beiden Polen zahlreiche Möglichkeiten bestehen.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Gemeinschaft bereit ist, ihre Situation ehrlich zu betrachten.

Nicht jeder Konflikt ist ein Rechtsproblem

Beschlüsse werden angezweifelt.

Protokolle unterschiedlich interpretiert.

Sanierungen verschoben.

Reglemente in Frage gestellt.

Auf den ersten Blick wirken diese Themen juristisch.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch häufig etwas anderes.

Die eigentliche Schwierigkeit liegt oft nicht im Gesetz.

Sondern darin, dass das gegenseitige Vertrauen verloren gegangen ist.

Wenn niemand den ersten Schritt macht,

Je länger eine Gemeinschaft wartet, desto schwieriger werden Lösungen.

- Fronten verhärten sich

- Missverständnisse werden zu Überzeugungen

- Aus Vermutungen entstehen Tatsachen

Und irgendwann weiss niemand mehr genau, wie alles begonnen hat.

Was mir in meiner Arbeit immer wieder auffällt

- Die meisten Eigentümer wollen keinen Streit.

- Sie möchten ihre Wohnung geniessen.

- Sie möchten den Wert ihrer Liegenschaft erhalten.

Sie möchten Entscheidungen treffen, ohne sich jahrelang mit Konflikten beschäftigen zu müssen.

Genau deshalb lohnt es sich häufig, frühzeitig nach Wegen zu suchen, bevor sich Fronten endgültig verhärten.

Schlussgedanke

Nicht jeder Konflikt muss vor Gericht enden.

Oft beginnt der erste Schritt bereits dort, wo eine Gemeinschaft bereit ist, wieder miteinander statt übereinander zu sprechen.

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Jede Stockwerkeigentümergemeinschaft hat ihre eigene Geschichte. Wer sie versteht, erkennt oft auch den Weg nach vorne.

Katharina Blattner

bächtold-liegenschaften & schreib-office GmbH

Werterhalt | STWEG-Prozessbegleitung | Verwaltung von Stockwerkeigentümergemeinschaften

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